Abschluss vom vergangenen und Beginn des neuen Jahres – Teil 3: Rauhnächte

Licht in der Nacht

Dies ist der dritte und letzte Teil einer dreiteiligen Serie über naturverbundene Jahresend-Rituale. Wenn du mehr über den Abschluss des vergangenen und Beginn des neuen Jahres erfahren möchtest, findest du das in Teil 1 – Sperrnächte und Teil 2 – Wintersonnwende.

Die Rauhnächte sind in den letzten Jahren bei vielen Menschen wieder präsenter geworden. Viele suchen nach Anleitungen, wie diese Nächte verbracht werden sollen, was sie uns sagen, welche Rituale dafür passend sind. Dieser Beitrag soll dir eine kleine Einstimmung bereiten und Ideen bieten, wie du das machen kannst. Ich möchte jedoch auch die Idee in den Raum stellen, nicht nur irgendwelchen Anleitungen zu folgen, sondern in dich hinein zu hören, was gerade wichtig ist. Das bedarf ganz viel Ruhe, kann aber noch viel kraftvoller sein.

Warum gibt es die Rauhnächte?

Es gibt sehr viele unterschiedliche Erklärungen, wo die Rauhnächte ihren Ursprung haben. Eine davon beschreibt sie als “Zeit zwischen den Jahren”, da das Mondjahr (mit 12 Mond-Zyklen) 354 Tage, das Sonnenjahr aber 365 Tage hat. Nach dieser Rechnung sollten die Rauhnächte bereits am Abend des 20. Dezember anfangen, und haben dann bis zum 1. Jänner 11 Tage und 12 Nächte. Andere Überlieferungen beginnen mit der Nacht vom 24. auf den 25. Dezember mit den Rauhnächten, die dann bis zum 5. oder sogar zum 6. Jänner dauern. Wieder andere reden lediglich von 4 Rauhnächten, nämlich am 20./21.12., 24./25.12., 31.12./1.1. und 5./6.1.

Ich lade euch jedoch ein, euch tiefer mit der Natur und der Stimmung dieser Zeit zu verbinden. Eine Zeit, die keine genauen Kalendertage kennt, nicht weiß, wann der kalendermäßige Jahreswechsel ist, oder Weihnachten. Und nicht mal auf den Tag genau festlegen muss, wann denn nun ganz genau die längste Nacht war. Wenn man ohne Uhr und ohne Kalender in der Natur lebt, beginnt man tiefer wahrzunehmen was ist und was da sein will.

Stimmung dieser Zeit

Generell wird die dunkle Zeit des Jahres bei naturverbundenen Menschen damit verbracht, zusammenzurücken. Man verbringt Zeit mit den Liebsten, sitzt am Feuer und erzählt sich Geschichten. Diese Geschichten überliefern so viel mehr als Unterhaltung. Sie erzählen von früher, zeigen Herausforderungen im Leben und wie man sie meistern kann, übermitteln Werte und Lebensanschauungen, und erschaffen Zusammengehörigkeitsgefühl.

Es ist aber auch die Zeit der Träume. Weil es länger dunkel ist, schlafen wir mehr, und es verlagert sich unsere “Arbeit” auf die Traumzeit. Es findet ein Verarbeiten, Integrieren, Transformieren und dadurch Verstehen statt. Welche Symbolik findest du in deinen Traumgeschichten? Welche Gefühle und Emotionen kannst du wahrnehmen? Kennst du sie aus deiner Wachzeit? Und welche Nachricht kannst du daraus erkennen?

Rituale für die Rauhnächte

Wünsche für das nächste Jahr

Ein sehr schönes Ritual sind die Wünsche für das nächste Jahr. Dazu schreibst du dir 13 Wünsche auf einzelne Zettel, die du im kommenden Jahr in dein Leben einladen möchtest. Zum Aufschreiben der Wünsche kannst du die Zeit zwischen dem 21.12. und 24.12. nutzen, nachdem du das alte Jahr losgelassen hast (siehe Sperrnächte).

Ab der Nacht vom 24. auf den 25. Dezember ziehst du jede Nacht einen dieser Zettel und verbrennst sie. Dieser Wunsch geht ans Universum, und wird sich im jeweiligen Monat (Nacht 1-12) erfüllen. Der übrig gebliebene 13. Wunsch hingegen ist der, den du selbst im kommenden Jahr für dich bewusst umsetzen darfst.

Traumzeit und zuhören

Die dunkle Zeit und Traumzeit ist vor allem aber auch eine Zeit des Empfangens und Zuhörens. Es gilt also, den Träumen in diesen 12 Nächten besonders viel Aufmerksamkeit zu schenken, und alles aufzuschreiben, woran du dich erinnerst. Vielleicht verbirgt sich ja die Antwort auf eine Herausforderung für den jeweiligen Monat des kommenden Jahres bereits in den Träumen dieser 12 Nächte.

Und wenn du Schwierigkeiten hast, dich an Träume zu erinnern, kann dir vielleicht ja der eine oder andere Tipp hier helfen

  • früher schlafen gehen
  • vor dem schlafen gehen den Tag revue-passieren lassen
  • vor dem einschlafen den Gedanken aussenden, dass du dich gerne an den Traum erinnern möchtest
  • vor dem schlafen gehen keine emotional aufreibenden Filme oder ähnliches anschauen
  • vor dem schlafen gehen etwa eine halbe Stunde oder Stunde kein künstliches Licht (“blaues” Licht von Handys oder Computer) mehr
  • sobald es dunkel wird am besten nur mehr gedämpftes oder indirektes und warmes (z.B. Glühbirne statt LED) Licht nutzen
  • Stift und Zettel direkt neben das Bett legen damit du sofort beim aufwachen alles aufschreiben kannst woran du dich erinnerst

Das Wichtigste

Bei dieser Zeit ist vor allem wichtig, nur so viel zu tun, wie du mit einem guten Gefühl von Freude oder Begeisterung tun kannst und willst. Es gelten keine strengend Regeln, und die Art und Weise wie wir diese Tage (und natürlich auch jeden anderen Tag) verbringen ist viel wesentlicher als das genaue Einhalten eines Rituals.

Wir wünschen dir eine angenehme und ruhige Rauhnächte-Zeit!
Hinterlass uns gerne auch Kommentare, wie es dir mit den Ritualen ergangen ist, und ob du die Hinweise und Fragen gut nutzen und einbauen konntest.

Quellen:
Von Sonnwend bis Rauhnacht – Valentin Kirschgruber
artedeablog: Heute beginnen die Sperrnächte – verschliess das alte Jahr