Abschluss vom vergangenen und Beginn des neuen Jahres – Teil 1: Sperrnächte

Frost am Baumstumpf

Dies ist der erste Teil einer dreiteiligen Serie über naturverbundene Jahresend-Rituale. Wenn du mehr über den Abschluss des vergangenen und Beginn des neuen Jahres erfahren möchtest, findest du das in Teil 2 – Wintersonnwende  und Teil 3 – Rauhnächte.

Am 8. Dezember haben die Sperrnächte begonnen. Sie sind die weniger bekannten Vorboten der längsten Nacht des Jahres und der darauffolgenden Rauhnächte. Aber woher kommt diese Tradition? Und was macht man in dieser Zeit eigentlich?

Speziell zu den Sperrnächten findet man nur sehr vereinzelt Informationen über spezielle Traditionen und Rituale, und auch die, die man findet, sind ohne spezielle Quellenangabe. Die Rauhnächte sind etwas besser bekannt, es finden sich jedoch die unterschiedlichsten Informationen, die sich teilweise widersprechen. Daher möchte ich dich heute in meine eigenen Beobachtungen der Natur mitnehmen, um den Raum zu schaffen, damit durch die dunkelste Zeit des Jahres eine Transformation ermöglicht wird.

Worum geht es eigentlich?

Betrachtet man den Zyklus einer Saison aus Sicht der Natur, gibt es nicht 12 Monate, sondern in etwa 13 Mondzyklen. Diese verteilen sich auf die 4 Jahreszeiten, die wiederum durch den sich wandelnden Sonnenstand einen Rahmen erhalten. Die Basis der Zeitrechnung innerhalb eines Jahreskreises sind also die Wintersonnwende, Frühlings-Tag-und-Nacht-Gleiche, Sommersonnwende und Herbst-Tag-und-Nacht-Gleiche.

Je nachdem, was zu dem jeweiligen Zeitpunkt gerade in der Natur und bei den wilden Tieren gerade im Fokus ist, entstehen unterschiedliche Zeitqualitäten und -energien, die auch in uns schwingen. Basierend auf diesen Energien kann es daher Sinn machen, auch sein Leben diesbzgl. zu reflektieren. Dadurch kann man die Kraft der Natur für die jeweiligen Vorhaben im Leben ideal nutzen.

Warum gibt es Sperrnächte?

Laut gefundenen Überlieferungen wurde die Zeit vor der Wintersonnwende dazu verwendet, alle Geräte und sonstigen wertvollen Dinge vor Wintereinbruch noch aufzuräumen und über die kalte Jahreszeit wegzusperren. Über den Winter wurde draußen nicht gearbeitet, aufgrund der Witterung war ein geschütztes Überwintern jedoch notwendig.

Davon abgeleitet sind irgendwann wohl die Sperrnächte oder auch Sperrtage entstanden. Das gleiche Herangehen wie bei den Geräten und Werkzeugen ist nämlich auch für die menschliche Psyche hilfreich. Es geht darum, nachdem wir geerntet und die Früchte verarbeitet haben, genauer darauf zu achten, was wertvoll war, und auch ins nächste Jahr übernommen werden soll, was repariert oder geschärft werden möchte, und was nicht mehr gebraucht oder nicht mehr dienlich ist, und entsorgt werden kann.

Hierbei kann es als Struktur helfen, vom 8. Dezember beginnend die folgenden 12 Nächte dazu zu nutzen, jeden der vergangenen Monate zu reflektieren. Bei dieser Reflexion geht es darum, jeweils im Kern zu erkennen, welche wertvollen Errungenschaften wir im jeweiligen Monat sammeln konnten und weiter verwenden wollen, und was sich als nicht sinnvoll erwiesen hat, und endgültig dem natürlichen Kreislauf zurückgegeben werden kann, damit es von anderen genutzt oder transformiert wird.

Die 13. Nacht, also die vom 20. auf den 21. Dezember erlaubt dann auch noch, einen weiteren Schritt zurück zu machen, um das Jahr als gesamtes zu reflektieren.

Mögliche Rituale

Wenn du Tagebücher, Kalender, oder ähnliches hast, kannst du damit als Stütze ganz bewusst den jeweiligen Monat revue passieren lassen. Die Hilfsmittel sind zwar nicht zwingend notwendig, können aber helfen, sich zu erinnern. Sobald du dir die Erinnerung des Monats hergeholt hast, kannst du nun die folgenden Reflexionsfragen ausschicken und auf eine Antwort warten:

  • Was habe ich gelernt und möchte es behalten weil es mir dient?
  • Was kann ich ohne Probleme von nun an weglassen, weil es mir ohnehin nicht dient und ich es nicht mehr brauche?

Die Antworten können auf einen Zettel geschrieben werden, oder über einen natürlichen Gegenstand mit der Antwort aufgeladen werden. Es ist vor allem wichtig, dass es klar aus dem Kopf in etwas greifbares übertragen wird. All diese können über die folgenden 13 Tage gesammelt werden, und in der längsten Nacht einem der Elemente (Feuer, Wasser, Erde, Luft) übergeben werden, damit diese sie transformieren können. Diese Transformation wird ein symbolisches Feuer entfachen, das die Energie und das Momentum ist, um den nächsten Frühling zu bringen.

Teil 2 und 3 zur Wintersonnwende und den Rauhnächten folgen zu den jeweiligen Zeitpunkten im Zyklus.

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